Bürgermeisterbrief
Der monatliche Bericht vom Schreibtisch des Bürgermeisters.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Kinder,
der August ist da und der Kalender mit wenigen Terminen belegt. Durch die momentane Abwesenheit von Termindruck fällt es leichter, sich intensiver über das bisher Geschehene und das zukünftig Werdende Gedanken zu machen. Natürlich geht es den meisten von uns genauso. Auch das gedankenfreie Nichtstun ist gesundheitsfördernd. Ebenso die Zeit dafür aufzuwenden, etwas eingeschlafene Kontakte wieder zu vitalisieren.
Vielleicht beschäftigen Sie sich gerade mit den Ereignissen der letzten Marktgemeinderatssitzung. Insbesondere der Beschluss zum Areal „Gasthof zur Post“ wird gelegentlich intensiv diskutiert werden.
Leider lag ein Kauf des Areals außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten. Und hier meine ich nicht in erster Linie den gewünschten Kaufpreis, sondern welche Auswirkungen das gemeindliche Handeln auf zukünftige Grundstücksverhandlungen hat. Daher war bei aller gegenseitigen Verhandlungsbereitschaft der Rahmen für uns nicht mehr gegeben, zumal ein weiterer Interessent für das Areal vorhanden war. Dieser hat den Zuschlag erhalten.
Im Rahmen der von Offenheit geprägten Gespräche zwischen Eigentümer, Investor und Marktgemeinde wurden die Defizite im Ortskern und speziell in dem Bereich erörtert. Diese sind z.B. die Verkehrssituation mit Engstelle und schmalen Gehwegen, keine Ortskernausprägung mit Platzgestaltung, die notwendige Stärkung des Misch- bzw. urbanen Gebietes durch Frequenzbildung, Parkraumentwicklung, Entsiegelung u.a. Danke an der Stelle für den sehr guten Gedankenaustausch.
Als eine gute Lösungsoption wurde ein Engagement der Kommune diskutiert. Ein öffentliches Gebäude mit schönem Umfeld und mehrfachnutzbarer Freifläche erschien den Beteiligten und den Damen und Herren des Marktgemeinderates als hervorragender Entwicklungsschritt. Das Rathaus könnte mit der Kulturmühle ein zentraler Eckpfeiler der Ortskernentwicklung sein. Die oben genannten Schwachstellen könnten ins Positive gewendet werden.
Das zu beheben kann man einem Investor allein nicht abverlangen. Gemeindliches Engagement ist also erforderlich. Dies sollte jedem klar sein. Ein möglicher großer Vorteil für den Markt, sollte sich die Entwicklung vollziehen lassen, ist die Möglichkeit des wirtschaftlicheren Bauens durch die Privatwirtschaft. Durch den Wegfall des öffentlichen Vergaberechts ergeben sich Preisvorteile (Verfahrenskosten zur Vergabe) und Möglichkeiten für örtliche Unternehmen sich am Bau zu beteiligen, denen sonst der Zugang verwehrt gewesen wäre.
Wir können jetzt, nachdem die Verhandlungen abgeschlossen sind, in den offenen Dialog treten. Anregungen und Kritik sind gleichermaßen angebracht.
Vermutlich werden einige ins Feld führen, dass wir sparen müssen und die Frage stellen, wie das zusammenpassen soll. Natürlich ist das berechtigt und richtig. Bei allem Sparwillen müssen aber Chancen ergriffen werden, wenn sich diese bieten. Darauf zu vertrauen, dass diese wiederkommen, wenn die Kassen voll sind, könnte sich als falsch erweisen.
Allen möchte ich jedoch bei der Betrachtung des Für und Wider raten, den Blick auf die Kulturmühle zu richten. Hier hat der Markt m.E. großartiges vollbracht. Einen echten Mehrwert für die Bürger, Vereine und die Entwicklung eines Ortskerns. Weshalb sollte uns das nicht in der Nähe erneut gelingen?
Einen schönen August mit viel Erholung, mutiger Zukunftsbetrachtung und erfreulichen Begegnungen
Ihr
Richard Richter
Erster Bürgermeister