Bürgermeisterbrief
Der monatliche Bericht vom Schreibtisch des Bürgermeisters.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Kinder,
bereits Ende April mussten wir den Marktgemeinderat und die Öffentlichkeit über unerwartete Einnahmeausfälle im Haushalt 2026 informieren. Diese treffen uns mit erheblicher Wucht. Aktuell gehen wir von Mindereinnahmen von bis zu 8 Millionen Euro aus.
Insbesondere bei der Gewerbesteuer kam es im ersten Quartal zu hohen Rückzahlungen für Vorjahre sowie zu deutlichen Herabsetzungen der Vorauszahlungen für 2026. Die derzeitigen Soll-Einnahmen liegen bei rund 8,8 Millionen Euro und damit um 4,2 Millionen Euro unter dem Haushaltsansatz von 13,0 Millionen Euro. Eine erhoffte Verbesserung ist bislang ausgeblieben und angesichts der wirtschaftlichen Lage derzeit auch nicht absehbar.
Diese Entwicklung stellt den Markt Bruckmühl vor große finanzielle Herausforderungen, insbesondere im Verwaltungshaushalt. Vergleichbare Einnahmeausfälle gab es bislang nur im Ausnahmejahr 2020 während der Corona-Pandemie. Umso klarer ist: Wir werden um tiefgreifende und flächendeckende Einsparungen nicht herumkommen.
Zusätzlich zeichnet sich ab, dass geplante Erlöse aus Grundstücksverkäufen nicht oder nicht im vorgesehenen Zeitrahmen realisiert werden können. Eine vollständige Erreichung der Ansätze erscheint derzeit unrealistisch.
Gemeinsam mit dem Marktgemeinderat arbeiten wir intensiv daran, den Haushalt zu konsolidieren. Projekte werden überprüft und teilweise verschoben, Kosten und Arbeitsumfänge reduziert sowie freiwillige Leistungen auf den Prüfstand gestellt. Diese Aufgaben prägen aktuell unseren Arbeitsalltag – und es ist absehbar, dass noch schwierige Entscheidungen vor uns liegen.
Während in der großen Politik Sparvorschläge nicht selten zerredet oder als nicht zielführend verworfen werden, können wir uns auf kommunaler Ebene weder Untätigkeit noch langes Zögern leisten. Wir müssen handeln – verantwortungsvoll, aber auch entschlossen.
Auch wenn einzelne Maßnahmen kritisch gesehen werden, dürfen wir keine Themen ausklammern. Ich bitte daher um Ihr Verständnis, dass wir vorübergehend auf Gewohntes verzichten und manche Leistungen einschränken müssen.
Gleichzeitig liegt in dieser Phase auch eine Chance: neue Wege zu finden, effizienter zu werden und gestärkt aus dieser Situation hervorzugehen. Verwaltung, Marktgemeinderat und ich setzen alles daran, möglichst bald wieder Gestaltungsspielräume zu gewinnen.
Freuen wir uns dennoch auf die kommenden Monate im Jahr 2026.
Ihr
Richard Richter
Erster Bürgermeister