Alle Ausgaben auf dem Prüfstand

Schwere Einnahmeausfälle belasten Haushalt des Marktes Bruckmühl
Nun hat es auch Bruckmühl wie andere Städte und Gemeinden in der Region hart getroffen. Die finanzielle Lage des Marktes hat sich in den vergangenen Wochen deutlich eingetrübt. Erhebliche Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen belasten den Gemeindehaushalt im Jahr 2026 massiv. Der Rotstift muss massiv angesetzt werden. Alle Ausgaben stehen auf dem Prüfstand.
Auslöser der aktuellen Entwicklung ist laut Kämmerer Michael Lindner mehrere unerwartet hohe Gewerbesteuerrückzahlungen sowie Herabsetzungen von Vorauszahlungen im ersten Quartal. Statt der ursprünglich veranschlagten 13,0 Millionen Euro liegen die prognostizierten Einnahmen derzeit nur noch bei rund 8,6 Millionen Euro. Damit ergibt sich bereits jetzt ein Fehlbetrag von etwa 4,4 Millionen Euro. Insgesamt drohe somit ein Ausfall von etwa 5,6 Millionen Euro, was rund 43 Prozent des Haushaltsansatzes entspricht.
Einsparen, priorisieren, verschieben – lautet deshalb ab sofort bei jeder Ausgabe die Notwendigkeitsabfrage. „Die aktuelle Lage ist aber auch eine Chance, eingefahrene Wege zu prüfen und Alternativen oder Einsparpotenziale zu finden“, gibt sich Bürgermeister Richard Richter optimistisch. Auch in der Vergangenheit habe seine Verwaltung effizient und mit größtem Augenmerk auf die Kosten agiert. Mit den Widrigkeiten von außen sei man nun konfrontiert und nun gelte es, diese zu handeln. Bürgermeister und Kämmerer betonen unisono: „Eine spürbare Verbesserung der Lage im laufenden Jahr gilt angesichts der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als unwahrscheinlich.“
Die übrigen Einnahmen des Verwaltungshaushalts – darunter der Einkommensteueranteil, Grundsteuern und Gebühren – entwickeln sich bislang planmäßig. Dennoch führen der Gewerbesteuereinbruch, sinkende Schlüsselzuweisungen sowie eine voraussichtlich steigende Kreisumlage auch für das Jahr 2027 zu einer angespannten Finanzprognose.
„Für den Markt Bruckmühl stellt diese Entwicklung eine bislang nicht gekannte Herausforderung dar. Um den erheblichen Einnahmeausfällen zu begegnen, werden umfassende Konsolidierungsmaßnahmen erforderlich sein. Geplant sind tiefgreifende und flächendeckende Einsparungen in allen Bereichen“, kündigte Richter jetzt in Gemeinderat an. Das Gremium werde fortlaufend über die weitere Entwicklung informiert. Notwendige Entscheidungen, etwa zur Verschiebung oder zum Verzicht auf Maßnahmen sowie zur Anpassung freiwilliger Leistungen und Pflichtaufgaben, werden zu gegebener Zeit getroffen.
Denn: Zusätzlich zeichnet sich ab, dass auch geplante Einnahmen aus Grundstücksverkäufen voraussichtlich nicht wie vorgesehen oder nicht im geplanten Zeitraum realisiert werden können. Das genaue Ausmaß möglicher Mindereinnahmen im Vermögenshaushalt ist derzeit noch nicht abschätzbar.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marktes sollen zeitnah in einer Personalversammlung über die aktuelle Situation informiert werden. Parallel dazu werden sämtliche Ausgaben überprüft sowie Einsparpotenziale und Möglichkeiten zur Einnahmesteigerung erarbeitet. Gemeinsam werde diese immense Herausforderung bewältigt. „Auf die Mitarbeiter des Marktes und die Gemeinderäte ist Verlass. Sie agieren zum Wohle der Kommune, auch wenn vielleicht die ein oder andere Entscheidung nicht jedem Bürger gefällt. Das große Ganze gilt es zu bewahren im Sinne der Pflichtaufgaben. Aber es werden auch wieder bessere Zeiten kommen und“, so Richter.
Fakt sei aber, dass es trotz den größten Einsparungsbemühungen nicht möglich sein wird, ein positives Jahresergebnis 2026 zu erzielen. „Klares Ziel ist es, mit den getroffenen Maßnahmen, für 2027 die notwendigen Parameter zu erreichen“, betont der Rathauschef abschließend.