Vermehrt Ratten gesichtet

  • Aus dem Rathaus

Bekämpfung und Vorsorge durch Anlieger und Gemeinde

Von einer Rattenplage ist der Markt Bruckmühl zwar weit entfernt, doch gilt die Devise: Währet den Anfängen. Denn die Nager sind aktuell im Bereich Vagener Straße, Vagenerau Weg, Frühlingsstraße, Tannenweg und  Föhrenstraße unterwegs. Es gab mehrere Sichtungen. Deshalb gelte es,  im Sinne der Allgemeinheit, dass jeder Bürger umsichtig handelt und unfreiwillige Futterplätze behebt.  Ratten sind Allesfresser und ernähren sich von Essensresten und teilen sich den reich gedeckten Tisch am Komposthaufen und  in der Winterzeit aktuell oftmals gerne am Vogel-Futterhäuschen.
Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen können Ratten etwa 120 Infektionskrankheiten übertragen. Man sollte deshalb weder Kadaver noch Hinterlassenschaften der Tiere ohne Handschuhe anfassen. Die Erreger sind auch über Kot übertragbar, heißt es von der Behörde. Bei Jana Söhnel im Bruckmühler Ordnungsamt  gehen pro Jahr etwa 20 Anrufe von Bürgern ein, die eine Ratte gesehen haben. Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung gehen dann der Sache nach, um die Quelle ausfindig zu machen, die die Tiere anzieht.
Um den Markt Bruckmühl und seine Bürger  vor einem akuten Rattenproblem  zu schützen, appelliert Söhnel eindringlich für vorbeugende Maßnahmen. „Dazu gehört etwa, Mülltüten nicht längere Zeit im Hinterhof oder am Straßenrand abzustellen, Essensreste nicht über die Kanalisation zu entsorgen und Fleischabfälle, Knochen oder Käse nicht auf den Kompost zu werfen. Auch sollte Müll nicht in Kellern und Gewölben zwischengelagert werden“, zählt die Sachbearbeiterin auf. Offene Komposthaufen seien im wahrsten Sinne des Wortes oftmals ein gefundenes Fressen für die Nager. Diese sind hauptsächlich in menschlichen Siedlungsbereichen zu finden, bewohnen Abwasserkanäle, Mülldeponien, Keller, Lagerhäuser, Ställe, Bauernhöfe und ähnliche Habitate, sehr oft in Wassernähe.
Neben anderen Materialschäden verursachen sie dort durch das Annagen von elektrischen Kabeln Kurzschlüsse. Wanderratten  können  auch in Altbauten eindringen.  Sie können durch kleinste Spalte und Löcher mit einem Durchmesser von nur zwei Zentimetern schlüpfen.  So dringen die Nager häufig über Kellerfenster und defekte Kanalisationsanschlüsse in Wohngebäude ein. Obwohl Kanalsysteme nicht das hauptsächliche Umfeld ⁠ von Wanderratten in Kommunen darstellen, ist ihre Bekämpfung dort von besonderer hygienischer Bedeutung, denn die Keimdichte ist in städtischen Abwassersystemen hoch, und die Gefahr der Keimverschleppung durch die Nager erheblich. Der Markt Bruckmühl  ist für die Kanalisation zuständig, entsprechende Fallen werden heute vom Klärwerk in diesem Gebiet ausgelegt.  Wanderratten können zudem aber durch ihre Grab- und Wühltätigkeit auch Schäden an Deichen und Dämmen anrichten.
Das Auslegen von Giftködern durch Privatpersonen sei rechtlich mehr als bedenklich und könne strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn nicht fachgerecht gehandelt wird. Ratten unterliegen keiner Meldepflicht. „Die Gemeinde ist aber dankbar dafür, wenn Bürger entsprechende Beobachtungen mitteilen“, so Söhnel.
Werden Rattenlöcher auf öffentlichem Grund gefunden, beauftragt die Kommune einen Schädlingsbekämpfer. Auf Privatgrund muss sich der Eigentümer selbst darum kümmern. „Liegt die Ursache des Rattenbefalls beim Mieter beziehungsweise Eigentümer, hat dieser auch die Kosten zu übernehmen. Auch für die Begutachtung“, schildert Jana Söhnel. Grundsätzlich empfiehlt  sie die Beauftragung einer Fachfirma, da die Erfahrung gezeigt habe, dass die Erfolgsquote dabei deutlich höher ist. Die Spezialisten gehen unter anderem mit Köderboxen gegen die Tiere vor.  Eine offene Auslegung ist dabei gesetzlich  zum Schutz für Mensch und andere Tiere verboten.

Außerdem trägt  das Einwerfen von Gartenabfällen in den Triftbach, Goldbach oder gar die Mangfall durch die Anlieger der Gewässer dazu bei, dass sich die Tiere einnisten und vermehren können. „Auch das vermeintlich gut gemeinte Füttern der Enten mit Brotresten stellt ein Problem dar. Nicht die Enten, sondern die Ratten profitieren von diesen Fütterungen oftmals“, weiß Söhnel. Zudem: Für die Enten selbst sei diese Art der Nahrungsaufnahme sogar problematisch, weil unter Umständen die Brot- und Semmelreste nicht von den Tieren verdaut werden können.
„Wie hoch die Rattenpopulation in der Marktgemeinde ist, kann man nicht sagen, aber eine Rattenplage haben wir ganz sicher nicht“, stellt Söhnel unmissverständlich klar. Damit es auch so bleibt, wird der Rattenbefall in gefährdeten Gebieten regelmäßig überprüft. Dazu gehören etwa Parkanlagen, Uferbereiche der Flüsse und Kompostierungsanlagen. Es handelt sich im Allgemeinen um Örtlichkeiten, die den Ratten optimale Lebensbedingungen bieten. Dort finden sie Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. „Jeder Bürger ist gefordert, sein Grundstück nicht attraktiv für die Nager zu machen.  Dies ist gerade im Hinblick  darauf zu beachten, dass etwa  bei langen Kälteperioden, das Ausmaß der Vogelfütterung, Verunreinigungen von Grundstücken und die Anzahl von Großbauprojekten das Aufkommen von Ratten beeinflussen. „Jeder kann helfen, die Rattenpopulation unter Kontrolle zu halten“,  betont Söhnel.
Das Bruckmühler Ordnungsamt steht bei Fragen unter Telefon 08062/59260 oder per E-Mail an  jana.soehnel@bruckmuehl.de  zur Verfügung.

 

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