Vierter Skulpturenweg in Bruckmühl

Was macht ein steinerner Dampfer mit drei Schloten, die sehr viel Rauch ausstoßen, auf der Uferpromenade des Mühlbachs? Sieht man in den Fenstern der hohen, leicht rostigen Eisenstelen neben der Sparkasse tatsächlich ein Bergpanorama? Und: wieso liegt ein überdimensionales Ohr aus Beton auf der Wiese gegenüber der Galerie? Alle drei Arbeiten sind Bestandteil des diesjährigen Skulpturenwegs, der acht Werke von sieben Künstlern umfasst. Der Bildhauer Franz Ferdinand Wörle hat zum vierten Mal seit Bestehen der Galerie einen Skulpturenweg in Bruckmühl organisiert. Es ist sein letzter Beitrag während seiner Arbeit als künstlerischer Beirat der Galerie, denn nach achtzehnjähriger Tätigkeit legt er jetzt sein Amt nieder. Der Bildhauer Hubert Maier aus Moosach arbeitet mit dem harten Material Granit. Bilder von Dampflokomotiven oder Ozeandampfern haben ihn schon immer fasziniert. „Etwas so Flüchtiges wie Rauch in Stein meißeln zu wollen ist absurd. Das ist Grund genug, es zu versuchen“, sagt der Künstler. Streng geometrische hohe Stelen aus Eisen sind immer wieder das Thema von Franz Wörle, der in Grafing lebt und arbeitet. Stets variiert er die Gestaltung in den Öffnungen der Stelen, dieses Mal handelt es sich um das aus Eisen herausgearbeitete Relief der Dolomiten. So trägt die Arbeit den Titel „Über alle Berge“.
Vor dem Postamt hat der Hermannsdorfer Bildhauer Johannes Gottwald sein 3,20 m hohes Werk aus Holz mit dem Titel „Duftnote“ aufgerichtet. Er stellt die Frage, ob es seinem farbigen Werk gelingen wird, die Geschäftigen und die Zerstreuten abzulenken und eine neue Note in der Alltagsmusik erklingen zu lassen.
Vor der Volksbank-Raiffeisenbank stehen drei Stelen des in Eggstätt und Berchtesgaden freischaffend lebenden Künstler Hans Stellner. Stellner setzt sich bereits seit vielen Jahren künstlerisch mit dem menschlichen Ohr auseinander. Die drei weißen Holzarbeiten stellen die stark vereinfachte Grundform des Ohres dar. Und ergänzend dazu liegt die überdimensionale Nachformung eines Ohres auf der Wiese im kleinen Park. Dem menschlichen Ohr wird in unterschiedlichen Kulturkreisen die Rolle des Erkennens zugeschrieben. Robert Schmidt-Matt lebt in Berlin. Sein Werkstoff ist Kalkstein. In Handarbeit schafft er Steinverschlingungen, die auf den Betrachter überraschend spielerisch wirken.
Als ob sie jeden Augenblick umfallen könne, so wirkt die Arbeit des in Zaisberg lebenden Bildhauers Alfred Regnat, die er aus Flossenbürger Granit geschaffen hat. Optisch scheinbar aus dem Gleichgewicht steht sie doch mit den Außenkanten der beiden Steinhälften sicher auf dem Boden.
Bleibt noch die rote Skulpturengruppe „Große Herzliche“ von Christian Heß aus Ullerting am Simssee. Der Künstler schafft aus einer Beton-Herzform, die er zerteilt, rotiert und erneut montiert, neue Formen, die dann großen Blüten ähneln. Christian Heß wird ab Herbst die Position von Franz Wörle im Künstlerischen Beirat einnehmen.
Der Skulpturenweg soll für die Dauer eines Jahres zu sehen sein. Veranstalter ist der Förderverein der Galerie gemeinsam mit der Marktgemeinde und der Galerie. Die Schirmherrschaft hat die Dritte Bürgermeisterin, Hermine Obermeyer übernommen (Text: Ute Bößwetter)

Führungen sind auf Anfrage kostenfrei möglich.
Tel. 08062-79391